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kaweis RezensionsFriedhof

Die Sache mit dem Inlands- & Auslands-Bücherregal.
Oder wie ich Harry Rowohlt zum Österreicher machen musste.


Bevor Reflexionen die BuchBetrachtung trüben, schnell noch gezeigt, wo Fremdbücher ihre letzte Ruhestätte finden.

I. Das Auslands-Bücherregal »Der normale Literaturkritiker reagiert stinkig, wenn er sich unterhalten fühlt. Wenn er nicht nach Strich und Faden dumm- und krummgelangweilt wird, kann er Texte nicht ernst nehmen«, sagte Kollege Harry Rowohlt zu seinem 60er in der ›Die Zeit‹.

Und hier der Rezensionsfriedhof aller Bücher, an denen ich mich erfreut habe – oder mein Mütchen kühlen möchte. Vorerst die Entstehungsgeschichte der 2 Regale: 1 Inlands- und 1 Auslands-Bücherregal. Oder frei nach Nena: Kaum zu glauben, dass so etwas aus sowas wird...

Am Anfang stand – wie immer – das Wort. Äh, der Plan? Nein, die Tat. Ein Fahrradständer... Und der stand auf der Strasse. Hilflos, wie die Industrie ihn schuf. Und brauchte Asyl. Aber sowas in der Wohnung herumkugeln zu haben, bringt nix – ausser blauen Flecken, wenn man besoffen im Finstern darüberstolpert. Also platzsparend an die Wand geschraubt. – Und: Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will... Auch Bücher?

Und hier ist das normale Umfeld zu bewundern. Die Tapeten haben keine politische Bedeutung, sondern die hat ein PostKollege anno zweitausend minus16 appliziert, der Kollege von Rayon 34. Nachzulesen in ›kaweis Postreport: Der Missbrauch des aufrechten Ganges‹ auf Seite 28. – Das heisst: 25 Years Tapete!

Fahrradständer, umfunktioniert an die Wand geschraubt, hätte mein altes Gemäuer nie & nimmer ertragen. Bei der Last des Geschriebenen hätte es frei nach Winston Churchill »Blut, Schweiss & Tränen« – auch Mörtel, Staub & Mauerbrocken – gegeben?

Equilibrium – Gleichgewicht des Schreckens. Hurtig zum Baumarkt um den 2. Radständer; diesmal gekauft [wegen der Parität: Yin/Yang, Gut/Böse, Legal/Illegal]: ähnlich, mit plangleich ausgelegten Befestigungslöchern. Daheim dann die Hilti durch die halbmetrige Lehmwand des zwischenkriegszeitlichen Aufbaujahres anno zweitausendminus73, die das orange tapezierte Wohnzimmer vom dunkelgrünen Schlafraum separiert, getrieben. Und warum?

Um 2 Radständer vertikal gegeneinander zu schrauben – damit Mauerwerk das innovative Kunstwerk nicht durch Nachgeben/Abbröseln sabotieren könne. Und Etappensieg: 2 Radständer aufrecht an der Wand, 90° himmelwärts zeigend, wie ein Frühwerk Daniel Spoerris.

Zwischenbretter in die Rundbögen – Tragflächen. Wo die Räder stillstünden, wenn 1 starker Arm es wülle… Der asylierte Radständer an der Wand ruhig gestellt. Bleibt die Hoffnung, statt von einem Ast wie Ödön von Horvath von einem Bücherregal erschlagen zu werden. Und Tapeten drüber, weil mein starker Arm es so wollte – schon darf der kawei'schen Eigenkonstruktion das ganze Geschreibsel in Altpapier aufgebürdet werden. Ad multos annos.

Ältester Schmöker on top: »Brehms Tierleben« aus zweitausendminus144 [1856] sowie Lexika aus 1700nochwas, also zweitausendminus--wurscht! Und da mir die Habsburger Monarchie vollkommen fremd: Auslands-Bücherregal....

 

II. Das Inlands-Bücherregal GEGENSCHUSS: Die andere Seite der Mauer. Hier ist das Inlandsbücherregal. Man sieht mickrige Bändchen mit 72 Seiten in selbstreflexiven Erlebnisaufsätzen. Begraben & beigesetzt von den Handkes/Turrinis & Kohorten von Konsorten der österreichischen Langeweile in Buchform.

Und damit das Ganze nicht so trostlos abgeht, immerhin bette ich hier mein Haupt darunter, habe ich Harry Rowohlt zum »Österreicher« machen müssen, damit wenigstens irgendwas Erbauendes in meiner Nähe dampft & positive Aura versprüht.

Und so erhielten einige literarische Lieblinge aus der deutschen Fremde die Lufthoheit über meinem zur Ruhe gebetteten Haupt. Weiters fand ich es ebenso harmonisch befremdend wie einschlafverhindernd bedenklich, unter dem Weltschmerz der Roths Zweigs Qualtingers & Friedells zu regenerieren. Also musste Abhilfe her, eine Pufferzone:

Und zwar Harry Rowohlt, mitsamt Übersetzungen, was fast eine ganze Reihe befüllt. Und so lässt sich's leben und nun auch geruhsam liegen: Sedarisiert unter FUP, in 2 Vögel schwimmend bei Crumb, bären bei Pooh, hangovern untern Killoyle, die Nachtschwärze einsaugend bei Raben, Polgars Lesebuch, Mutters Asche, aber auch Ferencik & Bodofrank Mortenschulz finden hier ihre letzte Ruhe.

Noch was zum Inlands-Bücherregal: Ich persönlich besitze keine 2 Bücher von einem heimischen Autor, der es an Haptik & Gestaltung, Formgebung & Design mit meinen eigenproduzierten Werken aufnehmen kann, sage ich mal ganz unbescheiden!

Zu jedem Zeitpunkt meines literarischen Lebens horte ich naturgegeben mehr eigene als fremde Werke [3 Auflagen = 3000 Bücher, davon 70% bereits verkauft]. Das Verhältnis Eigenbücher zu Fremdbücher steht derzeit bei etwa 900 : 600 – obwohl das Finanzamt nur 12% der Wohnfläche als »arbeitsbedingt veranlasst« akzeptiert...


[EXKURS: »Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre erschienen die ersten Romane von Peter Handke und Botho Strauß, von Gerhard Roth, Oswald Wiener und Gert Jonke. Alle diese Bücher spielten mit der Tradition des Realismus, stellten ihn auf den Kopf oder entblößten seine simple Struktur auf höhnische oder revolutionäre Weise. Kaum eines dieser Bücher (das begreift jeder, der sie liest oder wiederliest) würde heute von den Verlagen akzeptiert, die sie damals veröffentlicht haben.« (c) DIE ZEIT 12.01.2006 Nr.3, EXKURS Ende] ---

Und nur einen Tag später...
»Lieber kawei, alter randalierer. ›the family that shoots together, loots together.‹ - rotfront, Harry«, kam am 13. Jänner 2006 Post aus Hamburg13, von Harry Rowohlt, dem Neoösterreicher.


Und zur Erinnerung, um sich etwas »inne« zu werden, hier meine Elaborate-Rate:

7 Stück an der Zahl in 13 Jahren
[zweitausendminus7 – zweitausendplus6]

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2003 . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . 1993/2001

-- - &

1995 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1998

BESTELL ER----

1999 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2000

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